Der Immobilienmarkt in Deutschland im Jahr 2023 zeigt weiterhin eine angespannte Situation, insbesondere geprägt durch steigende Kosten im Neubausektor und unterschiedliche Entwicklungen in den Segmenten Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Mietwohnungen.

  1. Neubaukosten steigen weiter: Im Jahr 2023 verzeichnen wir einen Anstieg der Neubaukosten um 3,4%, wobei saisonale Schwankungen im Jahresverlauf zu beobachten sind. Dieser Anstieg überrascht angesichts der fortlaufenden regulatorischen Herausforderungen im Wohnungsbau nicht. Die andauernde Regulierung beeinflusst maßgeblich die Baukosten, was zu einer anhaltenden Verteuerung führt.
  2. Einfamilienhäuser und Wertverlust: Einfamilienhäuser verzeichnen im Durchschnitt einen Wertverlust von 5%, insbesondere nach dem stabilen Jahresauftakt und während der Heizungstausch-Debatte. Dies stellt eine deutliche Abschwächung im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2022 dar. Die Preisspreizung zum Neubau verdeutlicht die höheren Preisabschläge für weniger energieeffiziente Gebäude.
  3. Eigentumswohnungen stabilisieren sich: Eigentumswohnungen verzeichnen im zweiten Halbjahr einen Rückgang um 3,6%, nach einem Seitwärtstrend im ersten Halbjahr. In Metropolen und bei energetisch effizienten Objekten zeigt sich eine Beruhigung, und in einigen Regionen steigen die Preise bereits wieder leicht an. Die Mietpreisregulierung und grüne Regulierungshindernisse beeinflussen jedoch weiterhin die Entwicklung.
  4. Mietmarkt unter Druck: Der Wohnungsmarkt für Mietwohnungen erlebt 2023 einen dramatischen Anstieg der angebotenen Mieten um 5%, wobei allein im vierten Quartal ein Anstieg von 2% verzeichnet wird. Die Mietpreisregulierung zum Schutz der Bestandsmieter führt zu einer Verschwendung von Wohnraum, da Bestandsmieter nicht zur Verkleinerung motiviert werden. Dies trägt zu einem anhaltenden Mangel an Mietwohnungen bei.
  5. Ausblick für 2024: Der Wohnungsmangel in Metropolen bleibt präsent, und der Zuzug nach Deutschland führt zu anhaltender Nachfrage. Die Regulierung im Mietwohnungsbereich verhindert eine Entlastung des Marktes, und die Mieten werden voraussichtlich weiter steigen. Die Nachfrage nach Wohneigentum wird nicht nur durch Ästhetik, sondern auch durch Familien getrieben, die nach Lösungen suchen. Die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser werden voraussichtlich in Metropolregionen steigen, begleitet von steigenden Transaktionszahlen.
  6. Herausforderungen im Neubausektor: Im Neubausektor bleibt die Lage düster. Obwohl die Zahl der begonnenen Einfamilienhaus-Projekte leicht steigen wird, müssen die aktuellen Restbestände verkauft und substanzielle Vorverkaufsquoten erreicht werden, um die Finanzierung zu sichern Internationale Kapitalanleger zeigen aufgrund der aktuellen Wahrnehmung von Deutschland zurückhaltendes Interesse an Mietwohnungen.

Zusammenfassend bleibt der deutsche Wohnungsmarkt 2023 von anhaltenden Herausforderungen geprägt, insbesondere im Mietsektor. Der Ausblick für 2024 zeigt weiterhin steigende Preise für Wohneigentum, während der Neubausektor vor finanziellen Herausforderungen steht.

Quellen: https://report.europace.de/epx-hedonic/
https://www.value-marktdaten.de/2024/01/15/immobilienmarktdaten-update-q4-2023/